Presse / Rezension
Konzertverein des Gymnasium Philippinum Weilburg e.V.


28. Mai 2002

Chor des Philippinum und Kammerchor aus Luxemburg
Das Requiem von Verdi in meisterhafter Wiedergabe

Von Frank Sittel

Künstlerisches Selbstverständnis, Bereitschaft und Wille zur Erarbeitung und Wiedergabe der großen Werke der Musikgeschichte waren und sind die Voraussetzungen, auf die sich der bemerkenswerte Ruf von Oberstudienrat Michael Glotzbach, Musikerzieher am Gymnasium Philippinum, gründet.

Wo und wann er sich in den vergangenen Jahren mit den Ausführenden der angesehenen Lehranstalt präsentierte, wusste er auf vielfältige Weise zu überzeugen - als ein Ensemble, wie man es sich wünscht, wie es aber nicht oft anzutreffen ist.

So auch am vergangenen Sonntag mit dem Requiem für Solo, Chor und Orchester von Giuseppe Verdi (1813-1901), welches ein Werk für die Liturgie ist. In ihr gedenken die Lebenden der Toten. Im Requiem sind die Teile des Propriums und Ordinariums der katholischen Liturgie vertont.

Es wurde im Rahmen eines geistlichen Konzerts in der vollbesetzten Weilburger Schlosskirche aufgeführt, zu dem der Konzertverein des Gymnasium Philippinum Weilburg (Vorsitzender: Alexander Hofmann) eingeladen hatte.

Ausführende waren Thais Tordai (Sopran), Marina Sandel (Mezzo-Sopran), Tomislav Muzek (Tenor), Ionel Pantea (Bass), das Weilburger Orchester, der Kammerchor des Konservatoriums der Stadt Luxemburg (Einstudierung: Pierre Nimax) und der Chor des Gymnasium Philippinum Weilburg. Die Leitung hatte Michael Glotzbach.

Den Ausführenden muss man in dieser Form Anerkennung und Respekt bekunden. Sie haben das großartige dramatische Werk des italienischen Meisters, welches in lateinischer Sprache verfasst ist, mit bewundernswerter technischer Bewältigung und sensibler emotionaler Einfühlung zu eindringlicher beispielhafter Aufführung gebracht.

Sehr berührt hat die Zuhörer das intensive Engagement der Solisten mit ihren glanz- und substanzvollen Stimmen - ebenso das des Orchesters und das der jungen Chöre aus Luxemburg und Weilburg.

Innerhalb des weitreichenden Ausdrucks- und Empfindungsbereichs - man denke nur an die sehr dichte und intensive dynamische Gestaltung der Sequenz oder des Sanctus - ist die Synthese von Musikantischem und Seelischem, Temperament und Vertiefung das wesenhaft kennzeichnende Element des in der Wahl der Mittel erfüllten Kunstwerks.

Die Wiedergabe des Requiem war in einer Weise dargeboten, die man rundweg als ideal bezeichnen möchte. Das brillante Spiel des Orchesters, die technische Souveränität der Solisten, der ausgewogene, schlanke und transparente Chorklang, die reine Intonation und die lebendige emotionale Gestaltung verhalfen zu einem ungetrübten Genuss. So gelangten die Besucher ohne Hindernisse zur Kernaussage des umfangreichen Werkes.