Presse / Rezension
Konzertverein des Gymnasium Philippinum Weilburg e.V.


Weilburger Tageblatt vom 18. Oktober 2002

Mittelstufenchor des Weilburger Gymnasiums Philippinum führte Western-Musical auf
"Alte Reitschule" ein "Prairie-Saloon"

Weilburg. "In einem echten Western darf der Gute nicht sterben", waren die letzten Worte von Jimmy, nachdem er eigentlich erschossen worden war, aber dann wieder auferstand. Mit dem Western-Musical "Prairie-Saloon" war dem Mittelstufenchor des Gymnasiums Philippinum Weilburg unter der Leitung von Michael Glotzbach und unter der Mitwirkung von Martin Weinbrenner sowie dem aus Lehrern, Schülern und Ehemaligen bestehenden Instrumentalensemble eine hervorragende Aufführung gelungen. "Ihr habt Eure Sache sehr gut gemacht", lobte auch Michael Glotzbach die 14- und 15-Jährigen nach der ersten Vorstellung am Mittwoch in der Weilburger Stadthalle "Alte Reitschule", der gestern abend eine weitere folgte.

Erschöpft aber froh gratulierte Gltzbach seinen Schülerinnen und Schülern, die ihre Herbstferien komplett für die Proben geopfert hatten.

Lotar Olias, der das deutsche Musical mit amerikanischen Elementen zusammen mit Heinz Wunderlich komponiert hatte, galt in den 50er/60er Jahren als bedeutender Schlagerkomponist. Bei der Uraufführung hatte Freddy Quinn mitgespielt.

Für die Schüleraufführung wurde das ursprünglich drei Stunden dauernde Werk gekürzt und dafür mit drei deutschen Schlagern aus den 20er Jahren ausgeschmückt.

Die Rolle des Jimmy, der zusammen mit Claire (Johanna Untenecker) und Timmy (Daniel Leimbeck) eines Tages in Hawkcity auftaucht, wurde treffend von Marius Schötz gespielt.

Nicht viel los ist in der Gegend, außer dass in sieben Jahren sieben Morde geschehen sind, die Rauhbeiner Skip (Juri Alles) und Butch (Taha Moghaddas) ihr Unwesen treiben, der Sheriff (Julian Weide) beide Augen zudrückt, der Doc (Ian Hatzing) zwei Dollar pro Beerdigung kassiert und Misses Pennywater den Nachlass ihres ermordetet Mannes - den Saloon - betreibt.

Turbulente Geschichte

In ihm spielt auch die Geschichte, und die schönen Damen des Etablissements (Marion Zwengel, Annika Bruchmeier, Marit Trantel, Eileen Genzlinger, Annika Schäfer, Julia Heß, Nadine Schuster, Maike Seibring, Christina Hultsch und Claudia Schneider) sind eine wahre Augenweide.

Misses Pennywater - hervorragend von Charlotte Lenzen dargestellt - beherrscht die Szenerie vom Rollstuhl aus, in dem sie sich von Josephine (Rachel Hornung) herumschieben lässt. Die kleine Judy (Sophie Koistinen) muss sich als Hausmädchen um alles kümmern.

In der turbulenten Geschichte stellt sich zum Ende dann heraus, dass Misses Pennywater sowohl gehen kann als auch der gesuchte Mörder ist: sie hat in diesen Jahren die Männer zur Strecke gebracht, die einst ihren Mann zu Tode gequält hatten.

Und zu guter Letzt entpuppen sich Jimmy, Claire und Timmy als die Kinder der verstorbenen Schwester des Ehemanns Pennywater. Wunderbar waren auch die Chordarbietungen, die die einzelnen Szenen bereicherten. Und auch die Schlager "In einer Nacht im Mai" (von Marit Trantel, Julia Heß und Nadine Schuster gesungen), das "So ein Mann" mit Marion Zwengel und Eileen Genzlinger, das "Broadway" mit Annika Bruchmeier und Maike Seibring sowie das Solo "Von Kopf bis Fuß", das Claudia Schneider vortrug, waren sehr beeindruckend dargeboten und wurden mit viel Applaus bedacht.

Die hervorragende Aufführung wurde nicht nur vom Publikum bejubelt sondern auch von Schuldirektor Hans-Helmut Hoos mit großem Lob bedacht.

Er dankte auch den Helfern hinter den Kulissen, wobei Dorothea Sterlepper hervorzuheben ist, die für das starke Bühnenbild verantwortlich zeichnete.



Die Damen des "Prairie-Saloons" konnten hervorragend singen.


"Hallo Neuer, du wirst Dich noch wundern". Jimmy, Butch,
Claire und Skip (von links) treffen zum ersten Mal zusammen