Presse

Weilburger Tageblatt vom 13. März 2003
Publikum begeistert vom musikalischen Lustpiel "Die schöne Helena"
Gymnasium-Chor brillierte in Offenbach-Operette

Weilburg. Eine großartige Leistung hat der Chor des Weilburger Gymnasiums Philippinum bei der Premiere der Operette "Die schöne Helena" in der vollbesetzten Weilburger Stadthalle geboten. Die Schüler haben schauspielerisch und musikalisch brilliert, mit viel Witz und Humor gespielt und so konnte die Schule einen weiteren Höhepunkt in ihrem langjährigen Bühnenprogramm setzen.
Seit 12 Jahren hat das Gymnasium einen sehr aktiven und erfolgreichen Musik- und Theaterbereich und inszeniert Konzerte und Auftritte auch mit namhaften Orchestern. Über die Jahre hinweg hat sich der Chor dabei einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.
Die musikalische Leitung der Operette von Jacques Offenbach hatte der Musiklehrer Martin Weinbrenner, Regie führte Michael Glotzbach, die Kunstlehrerin Dorothee Sterlepper sorgte mit den Schülern für Kostüme und Bühnenbild.
Seit Sommer letzten Jahren liefen die Planungen und seit Weihnachten wurde intensiv geprobt.
Mit der Operette "Die schöne Helena" wollte der Komponist Jacques Offenbach eine Reihe von Missständen in der französischen Gesellschaft parodistisch und augenzwingernd aufzeigen. Sie lebt von einprägsamen und schwungvollen Melodien, der ironisch-alberne Text wird übertrieben dramatisch vertont.
Offenbachs Werke versprühen Frohsinn und Ausgelassenheit. Die Schüler haben darüber hinaus die Mythologie überzeichnet und zeitgenössisch aufgearbeitet. So übermitteln die Götter ihre Anweisungen übers Handy per SMS, Paris trägt eine Armbanduhr und statt einer Galeere wird im Hubwagen gefahren. Und die Kostüme stammen auch nicht immer stilsicher aus der Zeit der alten Griechen.
In der Hauptrolle glänzten Lena Zipp als schöne Helena, Jörn Peuser als Paris und Christos Pelekanos in seiner Rolle als Großaugur Calchas. Alle drei haben wunderschöne Stimmen, zeigten großes schauspielerisches Talent und haben auch äußerlich ausgezeichnet zu den von ihnen verkörperten Charakteren gepasst.
Stimmlich und darstellerisch überzeugten auch alle weiteren 19 Mitwirkenden, sowohl im Chor als auch solo, eine bemerkenswerte Leistung, zumal keine Mikrofone benutzt worden sind.
Das 13-köpfige Orchester wurde von Musiklehrer Martin Weinbrenner dirigiert und war ausgesprochen ungewöhnlich besetzt: Die Streichinstrumente alle einfach und der Bläsersatz auf sechs Instrumente reduziert.
Verstärkt wurde das Ensemble noch durch ein Klavier. Diese Besetzung entspricht somit dem eines Salonorchesters, dessen spezieller Charme ausgezeichnet zum Charakter der Offenbachschen Musik passt.
Heute und morgen gibt es weitere Aufführungen in der Weilburger Stadthalle, die jeweils um 20 Uhr beginnen. Die Vorstellungen sind noch nicht ausgebucht, Karten zum Preis zwischen 5 und 11 Euro gibt es am Gymnasium und in der Residenzbuchhandlung oder mit etwas Glück auch an der Abendkasse.