Presse

Weilburger Tageblatt vom 9. Mai 2004
Oberstufenchor des Gymnasiums Philippinum Weilburg auf der Bühne

"Die schöne Helena" begeisterte wieder das Publikum


Von Christine Kissel

Weilburg. Mit minutenlangem Beifall, Gejohle und Pfiffen, nicht nur, aber vor allem für die Hauptdarsteller Lena Zipp, Jörn Peuser, Hendrik Berghäuser und Christos Pelekanos ging die Aufführung der Operette "Die schöne Helena" von Jaques Offenbach des Oberstufenchores des Gymnasium Philippinum Weilburg in der Stadthalle zu Ende. Unter der Leitung von Michael Glotzbach, Martin Weinbrenner und Dorothea Sterlepper boten die Schüler und ehemaligen Schüler des Gymnasium mit der Wiederaufnahme der Operette eine Vorstellung mit profihaften Zügen, die weit über das normale Schulniveau hinaus ging.

Mit viel Witz, liebe zum Detail, dem nötigen Ernst sowie dem gesanglichen und schauspielerischen Können präsentierte der Oberstufenchor die Operette in der Weilburger Stadthalle.
Die Operette handelt vom berühmten Helena-Thema, dem Raub der schönsten Frau der Welt durch den als Hirten verkleideten Prinzen Paris von Troja.
Paris schlichtet einen Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite zugunsten von Aphrodite. Daraufhin bekommt er die schönste Frau auf der Welt versprochen. Diese ist Helena, die eigentlich bereits mit Menelaus, einem trotteligen und wenig heldenhaften König verheiratet ist.
Bei einem Besuch, verkleidet als Hirtenjunge, verdreht Paris der schönen Helena den Kopf. Durch eine List, eingefädelt von Großaugur Calchas werden sie zunächst Menelaus los. Als er unerwartet von seiner Reise zurückkehrt, erwischt er Helena und Paris zusammen im Bett.
Paris kann noch rechtzeitig fliehen. Zur Erholung fährt der gesamte Hofstaat ans Meer. In der Zwischenzeit hat Menelaus an den Großaugur des Venustempel geschrieben, um ein Urteil über das Verhalten seiner Ehefrau zu bekommen.
Als der angebliche Großaugur mit einer Barke angereist kommt, verkündet er, Helena müsse mit ihm zum Tempel kommen, um 100 Kälber als Sühne zu opfern. Kaum ist Helena an Bord und die Barke auf See, gibt sich der Großaugur als Paris zu erkennen.

Komische Szenen

In teilweise sehr komischen Szenen und einer skurrilen Mischung der Kostüme aus schicken Kleidern, bis hinzu Kettenhemden, Bikinis, Hawaii-Hemden und nuttenhaft wirkenden Kostümen sowie sehr modernen Requisiten wie zum Beispiel einem Handy, einem Leuchtstäbchen oder einer Hebebühne kreierte der Chor seine ganz eigene Umsetzung der Operette.
Mit dieser Mischung lagen er voll auf der Wellenlänge des Publikums, das begeistert mitlachte und klatschte.
Allen voran glänzte Lena Zipp in der Rolle der Helena. Mit ihrem bereits ausgereiftem Gesang und wechselhaften Mienenspiel, überzeugte sie das Publikum von Anfang an.
Ebenfalls gesanglich überzeugte Alexandra Löhr in der Rolle des Sohnes von Agamemnon, Orest. Weniger mit ihren gesanglichen Darbietungen als mit ihrem schauspielerischen Talent begeisterten Christos Pelekanos als Großaugur Calchas sowie Hendrik Berghäuser als Menelaus. Beide mit einem deutlichen Hang zur Komik verkörperten sie ihre Rollen perfekt. Sei es Berghäuser als tattriger und trottelhafter Menelaus oder Pelekanos als hinterlistiger und geldgieriger Großaugur.
Der Chor glänzte mit einem großartigem Zusammenklang und hervorragender Ausarbeitung der Chorpartien und rundete die gelungene Aufführung ab.


Das Ensemble des Oberstufenchors bekam in der Weilburger Stadthalle für die glanzvolle Aufführung starken Beifall. (Foto: Christine Kissel)