Die schöne Helena (2004) / Bericht

Ein Bericht von Eva Seewald
"Die schöne Helena"

Wiederaufführung? Warum?
Am 6. Mai 2004 wurde "Die Schöne Helena" von Jaques Offenbach von unserem Oberstufen- und Ehemaligenchor wieder aufgeführt. Grundlegender Anlass dafür war die gute Stimmung und der Spaß, den der Chor an diesem Stück in den ersten drei Aufführungen im letzten Jahr hatte. Damals waren alle traurig, als es vorbei sein sollte und der Traum des Chores war es, noch einmal die Möglichkeit zu erhalten dieses Stück aufzuführen.
Den letzten Anstoß hierzu gab die Anfrage des Luxemburger Konservatoriums nach einer Aufführung unseres Chores in Luxemburg. Es wurde beschlossen, die Helena nicht nur in Luxemburg aufzuführen, sondern auch in der Weilburger Stadthalle neu aufleben zu lassen, damit auch das Weilburger Publikum noch einmal die Gelegenheit bekommen sollte dieses Stück zu sehen.

Lasst uns die Proben beginnen
Die Proben für das Stück begannen für den Chor erst in der Toscana-Fahrt des Chores, da wir vorher noch mit unserer Aufführung "Die Schöpfung" von Joseph Haydn am 28. März 2004 in der Weilburger Schlosskirche beschäftigt waren. Uns blieb also nur knapp ein Monat bis zur Aufführung in der Stadthalle.
Alle waren zuversichtlich, doch nach Beginn der Proben zeigte sich, dass wir doch mehr proben mussten als angenommen. So begannen stressige Wochen für alle beteiligten. Trotz des Stresses blieb der Spaß nicht auf der Strecke und als es an die szenische Umsetzung des Ganzen ging, was in der Toscana ansatzweise wieder in das Gedächtnis zurückgerufen worden war, freuten wir uns schon auf die Aufführung der "Schönen Helena". Es wurde fast eine Woche lang jeden Tag bis spät in die Abendstunden hinein geprobt und an den einzelnen Szenen gefeilt. Zuletzt wurden die Auf- und Abgänge des Chores auf und von der Bühne geprobt, was sich ganz lustig anhört, jedoch manchmal ganz schön kompliziert und schmerzhaft sein kann, wenn man mit 80 Leuten möglichst elegant auf die Bühne oder von der Bühne stürmen soll. Auch das Verbeugen will geprobt sein, schließlich soll alles bis in das letzte Detail perfekt sein.
Da die Videoaufnahmen der vergangenen Aufführungen nicht der gewünschten Qualität entsprachen, wollten wir dieses Mal auf Nummer sicher gehen und so wurden auch die Proben auf Video festgehalten, sodass man später aus die besten Szenen auswählen und zusammenschneiden kann.

Die Aufführung
Am Tag der Aufführung wurden dann noch die letzten Details geprobt, trotzdem fühlten wir uns etwas unsicher, weil wir nicht wussten, ob wir den Erwartungen des Publikums gerecht werden würden und die Qualität des letzten Jahres erreichen oder toppen können.
Während der Aufführung hatten alle Beteiligten und hoffentlich auch das Publikum einen riesen Spaß. Es herrschte eine gelöste Atmosphäre hinter der Bühne und man lies sich einfach mitreißen. Alle waren mit Leib und Seele dabei. Hinterher waren wir zwar alle etwas erschöpft, aber trotzdem feierten wir noch eine "After-Show-Party" im "Weilburger Hof".

"Die Schöne Helena" in Luxemburg
Am 8. Mai 2004 fuhren wir morgens um 8.00 Uhr mit zwei Bussen und diversen Kleinwagen nach Luxemburg, um dort unsere zweite und letzte Aufführung zu tätigen. Um 12.00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge in Belgien an. Fast im Anschluss dazu wurde ins Konservatorium von Luxemburg gefahren, um dort zu proben.
Im Konservatorium fanden wir völlig andere Bühnenverhältnisse vor, denn die Bühne war auch von oben einsehbar, weil die Sitzplätze wie in einem Amphitheater angeordnet sind. So musste alles bis in die letzte Reihe geordnet werden, damit es schön aussah.
Der Flur hinter der Bühne wurde durch einen Vorhang abgetrennt zur Umkleidekabine umfunktioniert, da uns zwischen zwei Auftritten nur sehr wenig Zeit blieb, die Outfits zu wechseln.
Trotz der Proben, die fast den ganzen restlichen Tag in Anspruch nahmen, kam auch hier der Spaß nicht zu kurz und man hörte hinterher, dass Luxemburg, trotz der niedrigeren Besucherzahl, das Lustigste und Spaßigste an der ganzen Helena diesen Jahres gewesen war. Auch dem Luxemburger Publikum hat die Aufführung gut gefallen, was in einer sich der Aufführung anschließenden Rede betont wurde. Es wurde hervorgehoben, dass es schön sei auch auf diese Art Musik machen zu können und dass es das Publikum begeistert hat.

"After-Show"
Nach der Aufführung fuhren wir dann mit den beiden Bussen und den Autos zurück in die Jugendherberge, um zu feiern. . . . Leider hatten wir bei diesem Unterfangen auch personelle Verluste zu beklagen. Ein gewisser Herr Glotzbach war nach der Ankunft in der Jugendherberge nicht unter den Partygästen. Er hatte kurzer Hand beschlossen die Nacht in einem Luxemburger Hotel zu verbringen und nicht mit zurück zu fahren. . . . . Na gut, ums zuzugeben, wir haben ihn im Konservatorium vergessen. Vor der Abfahrt zur Jugendherberge war Herr Glotzbach noch einmal ins Konservatorium zurückgegangen, um nach zu schauen, ob auch alle in den Bussen oder Autos waren und keiner zurückgelassen wird. Das wurde ihm dann leider zum Verhängnis, denn keiner wusste, wo ER war. Jeder dachte er sei in einem der Busse oder in einem der Autos und so fuhren wir ohne Herrn Glotzbach in die Jugendherberge und ihm blieb nichts anderes übrig als in einem Hotel zu übernachten.
Aber auch die Jugendherberge brachte einige Überraschungen mit sich. Da gab es Zimmertüren, die nicht aufgehen wollten und andere Zimmer, die plötzlich von wildfremden Leuten besetzt worden waren, lustige fast-20-Mann-Zimmer, die in der Nacht viel Spaß brachten. Und so mussten auch einige Chormitglieder spontan in andere Zimmer umziehen.
Für Sonntag morgen war Abfahrt in Richtung Weilburg geplant und ca. um 13.00 Uhr waren wir dann auch zu Hause - total müde und erschöpft, verkatert oder auch nicht, aber trotzdem mit einer schönen Erinnerung an zwei Aufführungen, die allen viel Spaß und Freude bereitet hat.