Die Zauberflöte / Bericht

Ein Bericht von Rachel Hornung und Marit Trantel, Klasse 10B
Bilder: Gerhard Becker
Die Zauberflöte

Als Herr Glotzbach dem Mittelstufenchor 2003 mitteilte, daß er als nächstes "Die Zauberflöte" von Mozart aufführen sollte, freute sich jeder. Das Proben fing munter an, und Herr Glotzbach, ganz entzückt von der Oper, erzählte immer, wie er sich das Ganze dann am Ende vorstellte. Parallel dazu fingen die Hauptdarsteller an zu proben. Speziell die Damen, die mit ihren vielen, schwierigen Liedern viel zu tun hatten, probten nachmittags mit Herrn Glotzbach. Die Schwierigkeit der Lieder (um einige Töne tiefer transponiert) war vor allem die richtige Intonation der drei Stimmen. Auch die anderen Hauptdarsteller hatten viel zu tun. Vor allem musste sich "Die Königin der Nacht" auf ihre zwei schweren Arien, die nur geringfügig verändert wurden, vorbereiten. Auch Papageno und Tamino, die besonders viel Sprechtext hatten, lernten fleißig und übten ihre Lieder. So bereiteten sich auch Pamina, Monostata und Sarastro (mit seinen Priestern) auf ihre jeweiligen Rollen vor.
Ab 2004 fanden in der Woche abends oder am Wochenende zusätzliche Proben in der Schule statt, wo die einzelnen Szenen immer wieder geprobt wurden. In der im letzten Januarwochenende stattfindenden Chorfreizeit fanden die szenischen Proben statt und der Chor lernte die neuen Lieder auswendig. Ende Februar fuhr Herr Glotzbach in den Kostümfundus Gießen. Dort wurde u. A. Papagenos Kostüm (köstlich: ein rot-gelber Ganzkörperanzug mit rotlackierten Fingernägeln mit einem weißen Federkleid dazu) ausgesucht. Bei den letzten Proben im Februar, wurden dann zur Freude aller (und natürlich zum Lustigmachen) die Kostüme angezogen und Pressefotos gemacht, was allen großen Spaß machte.


Herr Glotzbach und Frau Sterlepper - schöne Fotos für die Presse.

Vier Tage vor der Aufführung verlegten sich die Proben in die Weilburger Stadthalle, wo das Bühnenbild schon hergerichtet war. Dort machte Papageno seine Erfahrung speziell mit dem nicht mehr so neuen Parkettboden der Bühne (wie so viele andere auch): er holte sich einen Splitter in den Fuß, und musste dann umständlich erst aus seinem Federkleid und dann aus seinem Ganzkörperanzug heraus, um ihn zu entfernen... Ansonsten gestalteten sich die Proben bis zur Premiere wie immer als normal chaotisch.


Erste und letzte Probe mit dem Orchester.

Dazu waren die Damen eigentlich schon perfekt ausgestattet, da sie aber noch keine Waffen hatten, um das "Ungeheuer" zu töten, einigten sie sich mit Herrn Glotzbach doch nicht auf Laserschwerter oder Pumpguns, sondern auf Akkubohrer. Am Donnerstag vormittag fand die Generalprobe statt, die überhaupt nicht perfekt verlief. Hierbei war Herr Weinbrenner sozusagen das Orchester - er begleitete nämlich sämtliche Stücke auf Klavier. Durch einige Patzer wusste jetzt aber zum Glück jeder, wo er wann sein sollte und freute sich auf die Vorführung am Abend.
Schon ab 4 Uhr herrschte in den Umkleiden große Hektik - alle mussten sich schminken und umkleiden, was eine beträchtliche Leistung in diesem Chaos war. Auch die Damen hatten nicht wenig zu tun, obwohl sie während der Aufführung maskiert sein würden... Sie mussten sich Drahtzöpfe flechten, die sie danach kreuz und quer verbiegen konnten - nicht nur deswegen wurde die Gemeinschaft gepflegt...
Schließlich kam dann doch die Aufführung: alle warteten mit der nötigen oder sogar überschüssigen Portion Lampenfieber auf ihren Auftritt. Gleich die erste Szene mit den Akkubohrern der Damen kam beim Publikum gut an.


Die Damen greifen an!

Auch der weitere Verlauf war für die Darsteller zufrieden stellend. Papageno redete seinen Gefährten Tamino mit "Papageno" an, rettete sich aber geschickt und hatte das Publikum schon für sich eingenommen. Dies bestätigte auch die Szene, als auf seine Frage, ob ihn denn niemand haben wolle, tatsächlich jemand ja sagte - keck konterte Papageno mit: "Du bist mir zu häßlich!", und am darauf folgenden Abend mit: "Dann doch lieber der Galgen".


Papageno hat seine Papagena - und Tamino seine Pamina.

Als der Schlusschor sein "Wenn Tugend..." gesungen hatte und der Vorhang zu war, fielen sich alle vor Freude und Erleichterung um den Hals - es war geschafft!


Schlußchor

Diese Aufführung konnte sich wirklich sehen lassen, was auch Herr Glotzbach meinte, als er hinter die Bühne kam und eine Freudenträne nicht vermeiden konnte. Auch die Aufführung am Freitag gestaltete sich als sehr gut, obwohl die Anspannung der Darsteller wegen des Leistungsdrucks noch größer war. Doch bis zum Ende verlief alles glatt und auch der Schlussapplaus ließ nichts zu wünschen übrig. Während der Aufführung hatten die Damen sich ein Jubellied auf Herrn Glotzbach und Herrn Weinbrenner ausgedacht, das sie mit Hilfe des Textes auf einem Taschentuch verbreiteten. Also sangen nachher fast alle hinter der Bühne (zur Melodie von "Es lebe Sarastro, Sarastro soll leben"):
"Es lebe Herr Glotzbach, Herr Weinbrenner lebe. Sie sind es, den' wir uns mit Freuden ergeben. Stets mögen sie des Lebens als Weise sich freun, stets mögen sie des Lebens als Weise sich freun. Sie sind unsre Götter den' alle sich weihn. Sie sind unsre Götter, den' alle sich weihn, den' alle sich weihn, den' alle sich weihn."
Alles in allem eine gelungene Aufführung, die alle Beteiligten viel Mühe gekostet hat, aber auch viel, viel Spaß gemacht hat!