| Die Zauberflöte / Bericht |
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| Ein Bericht von Anna Novak und Theresa Reichard
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Rezept für eine gelungene Aufführung
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Man nehme:
2 [tolle] Chorleiter
ein [schönes] Stück
eine Hand voll Solisten
einen [lernfähigen] Chor
ein [gutes] Orchester
engagierte Helfer
jede Menge Spaß
und eine große Priese Geduld.
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Zubereitung:
Zuerst mische man das Stück (besonders gut eignet sich eines der Marke "Mozart") mit den Solisten und dem Chor. Man setze den einen Chorleiter ans Klavier und singe dann solange, bis beide Chorleiter ein zufriedenes Grinsen auf dem Gesicht haben (für diesen Schritt sollten sie viel Zeit einplanen).
Man trenne die Solisten voneinander und probe mit den einzelnen Darstellern. (Notfalls so lange, bis jeder seinen Text rückwärts kann.) Nun stecke man Chor, Solisten, Helfer und die beiden Chorleiter in eine große Halle. Man baue das Bühnenbild auf und richte die Scheinwerfer aus. Anschließend besorge man dem einen Chorleiter Salbe für seine Finger, die er sich am Halogen-Strahler verbrannt hat. Jetzt stecke man alle Mitwirkenden in bunte (oder auch weniger bunte) Kostüme und stelle sie auf die Bühne. Danach entferne man den Holzsplitter aus dem Fuß eines Solisten und repariere das Kostüm. Nach der Aussage des Chorleiters, die Bühne sähe "so was von bescheuert" aus, ändere man das Bühnenbild und beginne erneut zu proben.
(In der Zwischenzeit sollten eifrig Plakate geklebt und Karten verkauft werden!)
Anschließend beruhige man den Chorleiter mit den Worten "Nicht alles, was in der Generalprobe nicht funktioniert, geht auch bei der Aufführung schief!" und verteile endlich die letzten Texte unter den Solisten.
Schließlich werfe man die Musiker in den Orchestergraben (vorher sollten allerdings die Bananenschalen entfernt werden, die ein Chorleiter dort liegen gelassen hat) und mixe deren Musik mit dem Gesang des Chores und der Solisten.
Zum Schluss fülle man die Halle mit interessierten Zuschauern und wünsche allen Mitwirkenden viel Glück und Spaß.
Fertig!
Lehnen sie sich zurück und genießen sie - VORHANG AUF!
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Natürlich erweist sich das Rezept immer leichter als das "Backen" an sich.
So sollte auch das Projekt "Zauberflöte" nicht so einfach von der Bühne gehen.
Zuerst einmal wurde dem Mittelstufenchor von Herrn Glotzbach verkündet, dass wir dieses berühmte Stück von Wolfgang Amadeus Mozart aufführen werden.
Eine nicht ganz ungefährliche Sache, denn, wie sollte man ein Stück, dass so viele kennen, dem Publikum schmackhaft präsentieren?
Die Antwort war ganz einfach: Man drücke ihm den Stempel "Philippinum" auf.
Doch schon bald stellte sich heraus, dass das Singen sich als etwas komplizierter herausstelle, als man annahm. Letztendlich gab es keine einzige Note, die nicht umgeschrieben war. Viel Arbeit, aber das Resultat konnte sich auf alle Fälle sehen lassen.
Schon früh begannen die Proben des Chores und gleichzeitig auch die des Damenensembles, die anstatt zu dritt zu elft waren.
Am Anfang des neuen Jahres begannen dann auch die ersten Text- und Singproben der Solisten. Herr Glotzbach konnte es sich natürlich nicht nehmen lassen, und stellte sehr überzeugen und mit Feuereifer einen liebeskranken Papageno, eine suizidgefährdete Pamina und eine "russische" Papagena dar (wirklich, sehr überzeugend!!!).
Ende des 1. Halbjahres fuhr der gesamte Chor schließlich auf Chorfreizeit.
Wie jedes Mal eine kleine Katastrophe, da so ein stimmgewaltiger Chor nun einmal nicht sehr leise ist. Doch, wie so oft, schaffte Herr Weinbrenner es am Ende der Freizeit dem Chor alle Lieder bei zu bringen (Spezialprogramm: morgendliche Massagen und stundenlanges Üben!). Sogar die ersten Choreographien der Damen standen und auch Tamino legte einige sportliche Einlagen bei seiner Flucht vor dem Ungeheuer ein.
Nebenbei wurden noch die letzten wichtigen Rollen verteilt und ganze Szenen durch gesungen und geprobt.
Um uns an das Rezept zu halten, überspringen wir einen Grossteil der chaotischen, ideenreichen und anstrengenden Proben im Spielmannbau.
Einige Tage vor der Aufführung fuhren dann eine Hand voll Leute nach Gießen, um im Kostümfundus der Oper passende Kostüme zu besorgen. Die schrillsten, buntesten, und schönsten Kostüme wurden auf zwei Stangen verladen und schließlich in Weilburg von den Solisten anprobiert und von Herr Glotzbach "abgesegnet".
Springen wir in unserem Rezept über zu dem Teil mit der großen Halle.
Eine Woche vor der Premiere war es dann so weit. Die Requisiten und Bühnenbilder wurden in die Stadthalle gebracht und dort von Frau Sterlepper und Helfern aufgebaut.
Der tolle Wald (blaue Taue mit glitzernden Blättern aus Draht und Frischhaltefolie) wurde an den Stangen über der Bühne aufgehängt, abgehängt, umgehängt und wieder aufgehängt.
Alles in allem dauerte es fast zwei Tage bis das Bühnenbild stand (wie gesagt, man änderte es auf den Kommentar, es sähe sehr bescheuert aus). Schließlich kam das Licht an die Reihe, auch eine Wissenschaft für sich, denn jeder gute Schauspieler weiß, dass ein Theaterstück nichts ist ohne das passende Licht.
Schließlich trafen die Solisten ein. Die üblichen Pannen und lustigen Outtakes waren vorprogrammiert.
Anschließend wurde auch die Schaukel, der Liebling von allen, aufgebaut (besonders Herr Glotzbach freute sich über diesen entspannenden Neuerwerb und probierte die Schaukel sofort aus -Crashtest-. Sie hat ihn heil überstanden!!!) Einmal abgesehen davon, dass es einige Unfälle gab, angespannte Nerven und auch die eine oder andere Katastrophe, verliefen die Proben reibungslos und einen Tag vor der Aufführung kam dann endlich das Orchester und Papagena hatte ihr Kostüm gefunden. (Kommentar von Bassist bei erotischer Pose auf der Schaukel von der Vogelfrau: "Mein Herz!!!")
Alle Lieder wurden bis tief in den Abend hinein gesungen, einige Stellproben noch durchgeführt und endlich, am nächsten Tag war die Generalprobe.
Leider ohne das Orchester, aber Herr Weinbrenner ersetzte sie hervorragend am Flügel.
Einige, nein, viele Sachen gingen in der Generalprobe schief, deswegen waren auch die Nerven der Chorleiter, der Bühnenhelfer und auch die, einiger Solisten zum Zerreißen gespannt.
Doch die Sorge war unbegründet.
Die Aufführung war ein Meisterwerk der Marke Philippinum und die Zuschauer waren begeistert, von den Waffen der Damen (echte Akkubohrer), dem verliebten Tamino, den Gesangskünsten der Königin der Nacht, und natürlich von den Kommentaren Papagenos. Auch die Priester waren auf keinen Fall zu verachten und flößten den begeisterten Zuschauern jede Menge Respekt ein.
Ein echter Renner war die Antwort Papagenos auf seine Frage, ob sich denn niemand ihm erbarmen wollte, bevor er sich selbst umbringe. Das Publikum ließ es sich nicht nehmen und antwortete ihm prompt mit Ja-Rufen. Doch Papageno meisterte diese ungeplante Unterbrechung meisterhaft und war somit der Lacherfolg des Abends.
So kam das Publikum voll und ganz auf seine Kosten und nachdem der Vorhang gefallen war, war die eindeutige Meinung, dass zwei Termine einfach zu wenige Aufführungen waren.
Doch die Erinnerungen an das Stück bleiben den Künstlern natürlich noch sehr lange erhalten.
Glotzbach und Weinbrenner haben einmal wieder eine Aufführung geschaffen, die diesem berühmten Stück ihren Stempel aufgedrückt hat und wir sind stolz darauf, Teil dieser Aufführung gewesen zu sein.
An dieser Stelle vielen, vielen Dank an Herr Glotzbach und Herr Weinbrenner für die Mühe und die Arbeit, die sie mit uns hatten! Danke!
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