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Weilburger Tageblatt vom 28. Juni 2005
Weilburger Renaissancehof war ausverkauft
"Carmina Burana" gegen "Tote Hosen"
Weilburg (rk). Trotz des Konzertes der "Toten Hosen" hatten am Sonntag Abend im Renaissancehof des Weilburger Schlosses der Chor des Gymnasiums Philippinum und das Sinfonieorchester Rhein-Main unter der Leitung von Michael Glotzbach auch "volles Haus".

Sie führten mit Carl Orffs "Carmina Burana" und John Williams "Star Wars-Suite" zwei packende Werke des 20. Jahrhunderts auf.

Mit der 1936 entstandenen szenischen Kantate "Carmina Burana", in der Orff mittelalterliche Bauernlieder verarbeitete, sicherte sich der Münchener Komponist Weltruhm. Deftige, weltliche Texte mit einer nach einfachen Melodie- und Rhythmusprinzipien gebauten Musik, dazu eine ausgefeilte Orchestrierung, lassen das Werk bis heute zum Dauerbrenner in den Konzertsälen rund um die Welt werden.

Der Ursprünglichkeit und Vitalität der von Orff vertonten mittelalterlichen Gedichte, Liebes- und Trinklieder, die nach ihrem Fundort Benediktbeuern als "Carmina Burana" betitelt wurden, vermag sich kaum jemand zu entziehen.

Ebenso wie Orff orientierte sich John Williams an schon Vorhandenem. Obwohl in den siebziger Jahren der Siegeszug der elektronischen Musik begann, fühlte er sich stilistisch zu spätromantischer Musik hingezogen und spielte seine Soundtracks konsequent mit klassischen Instrumenten und Sinfonieorchestern ein.

Seine Beharrlichkeit gab ihm recht: Insgesamt wurde die Musik von John Williams über 40 Mal für den Oscar nominiert und gewann die begehrte Auszeichnung fünf Mal, ebenso wie 18 Grammys, drei Golden Globes und einen British Academy Award.

Bei der "Star Wars-Suite" handelt es sich um eine vom Komponisten selbst bearbeitete Orchesterfassung der Filmmusik für den Konzertsaal. Der ausführende Weilburger Chor, der dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert, bot am Sonntag Abend genauso wie alle anderen Mitwirkenden eine Klasseleistung.

Seine Stärke liegt in der großen Orchester- und Chorliteratur. Werke wie Verdis "Requiem", Giacomo Puccinis "Missa Di Gloria" oder Beethovens "9.Sinfonie" wurden im In- und Ausland aufgeführt.

Die rund 120 Sängerinnen und Sänger des Gymnasium Philippinum Weilburg boten zusammen mit den Solisten Katja Bördner (Sopran), Joaquin Asiain (Tenor) und Thomas Peter (Bariton) sowie dem Orchester auf hinreißende Weise das einzigartige Werk Carl Orffs dar. (Foto: Margit Bach)