Oberstufenchor des Gymnasiums, Solisten und Weilburger Orchester überzeugten
Eindringliche "Requiem"-Aufführung
Weilburg. (wt). Nachdem der letzte Ton des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart in der Weilburger Schlosskirche verklungen war, herrschte erst einmal vollkommene Stille. Dann fingen die Zuhörer, an minutenlang und lautstark zu applaudieren. Wieder einmal überzeugte der Oberstufenchor des Gymnasium Philippinum Weilburg unter Leitung von Michael Glotzbach mit einer professionellen Aufführung.
Im Juli 1791 erhielt Wolfgang Amadeus Mozart den Kompositionsauftrag des Grafen Franz von Walsegg-Stuppach für das Requiem.
Da Mozart noch mit der Komposition von "Zauberflöte" und "La clemenza di Tito" beschäftigt war, konnte er erst mit zeitlicher Verzögerung mit der Arbeit an der Totenmesse beginnen. Zu spät, wie sich später zeigte, denn Mozart starb am 5. Dezember des Jahres 1791. Fertig war bis dahin nur der "Introitus".
Von anderen Werkteilen lagen entweder der Streichersatz oder die Vokalstimmen, und teilweise waren nur Skizzen vorhanden.
Mozarts Frau Constanze, die um das dringend benötigte Honorar bangte, beauftragte daher einen Bearbeiter, so dass zunächst Komponist Joseph Eybler und anschließend Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayer am Requiem weiter arbeiteten.
Eindringlich und in ausgezeichneter Gesangsqualität brachte der Oberstufenchor das Requiem zu Gehör. Strahlend in den Höhen präsentierte sich der Sopran und klar und weich der Bass in den Tiefen. Von pianissimo bis zum dreifachen Forte reichte der lautstärken Umfang des Chores, ohne zu leise oder schreiend zu wirken.
Auch die Mischung zwischen Frauen- und Männerstimmen war im Zusammenklang sehr harmonisch und gut aufeinander abgestimmt.
Keine weniger große Leistung präsentierte das Weilburger Orchester, das den Chor hervorragend begleitete und die teilweise sehr düstere Stimmung des Requiem hervorragend vertonte.
Das Orchester glänzte in schnellen wilden Läufen, zum Beispiel im "Dies-irae", genauso wie mit zarten Stellen, mit drohenden Bassklängen ("Confutatis") oder einem wunderschönen Posaunensolo am Anfang des zweiten Satzes "Tuba mirum" in der Sequenz.
Ebenfalls einen begeisterten Applaus ernteten die vier Solisten Katja Bördner (Sopran), Christiane Glotzbach (Alt), Thilo Busch (Tenor) und Gernot Spielmann (Bass).
Schon jetzt kann man sich gespannt auf die Aufführung der "Carmina Burana" von Orff und der Star Wars-Suite von Williams am Hessentag (Sonntag, 26. Juni) durch den Chor freuen.

Mozarts Totenmesse in der Weilburger Schlosskirche: Der Oberstufenchor des Weilburger Gymnasium Philippinum mit einer weiteren beeindruckenden Aufführung. (Foto: Kissel)
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