Presse

Weilburger Tageblatt vom 25. Juni 2006
Schüler des Philippinum Weilburg begeistern mit dem Shakespeare-Lustspiel "Sommernachtstraum"
Und wieder dreht sich alles nur um die Liebe
Weilburg (hen). Einen turbulenten, heiteren und erfrischenden Theaterabend hatten sie ihrem Publikum versprochen, und die Besucher in der Stadthalle wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Die Schüler der Mittel- und Oberstufe des Gymnasium Philippinum in Weilburg begeisterten mit der gelungenen Inszenierung des Shakespeare-Meisterwerks "Ein Sommernachtstraum" mit Musik unter anderem von Mendelssohn, Mozart und Schubert.

In dem Lustspiel von William Shakespeare dreht sich wie so oft in der Weltliteratur alles um die Liebe. Hermia, gespielt von Viktoria Nühnen, ist mit ihrem Gelibeten Lysander (Philipp Myk) aus der Stadt in einen Wald nahe bei Athen geflohen. Ihnen droht das strenge Athener Gesetz mit dem Tod, denn Hermia ist eigentlich einem anderen Mann versprochen: Demetrius (Marius Schötz). Dieser liebt Hermia abgöttisch, hat in Helena (Kristiane Lüpkes) allerdings selbst eine Verehrerin, die jede Chance nutzt, um ihrem Traumprinz nahe zu sein und ihn unablässig verfolgt. Im Wald selbst herrscht Eiszeit zwischen der Elfenkönigin Titania (Theresa Reichard) und ihrem Gatten (Juri Alles), die sich um das Sorgerecht eines irdischen Edelknaben streiten.

Oberon erfährt von der unglücklichen Situation der beiden Liebespaare und beauftragt seinen Diener Puck (Anna Novak), durch den geheimnisvollen Saft einer Zauberblume zwischen den Liebenden alles in Ordnung zu bringen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Der wunderbar schelmisch wirkende Puck erliegt einer verhängnisvollen Verwechslung und plötzlich lieben Lysander und Demetrius Helena. Hermia ist todunglücklich, weil sich Lysander von ihr abgewandt hat, Helena hingegen glaubt, man wolle sich über sie lustig machen.

Anspruchsvolle Leistung

Währenddessen studiert eine Reihe einfacher Handwerker im Wald die Tragödie "Pyramus und Thisbe" ein, die sie bei einer Hochzeit aufführen sollen. Doch der freche Diener Puck treibt mit Zettel, einem Mitspieler, einen Schabernack und verwandelt ihn in einen Esel. Derweil hat Oberon seiner Titania im Schlaf ebenfalls den Liebessaft auf die Augen geträufelt, woraufhin diese sich in die erste Person verliebt, die sie nach dem Erwachen erblickt: Den in einen Esel verwandelten Handwerker Zettel. So nimmt die Verwirrung im Wald ihren Lauf, doch am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf. Oberon und Titania versöhnen sich, die beiden Liebenden, Hermia und Lysander, finden wieder zueinander, und auch Helena und Demetrius sind füreinander entflammt.

Aus den sehr anspruchsvollen schauspielerischen Leistungen sind die von Anna Novak als Puck und Simon Franz als Zettel noch einmal hervorzuheben. Die Gesangseinlagen, insbesondere der von Kristiane Lüpkes, Viktoria Nühnen, Philipp Myk und Marius Schötz dargestellten Liebespaare wie auch des gesamten Mittelstufenchores bewegten sich ebenfalls auf hohem Niveau. Den sehr guten Gesamteindruck rundete das kleine Orchester mit dem Dirigenten Michael Glotzbach ab, der zusammen mit Dorothea Sterlepper und Martin Weinbrenner auch die Leitung des Stücks übernommen hatte und dafür ebenso wie alle Mitwirkenden vom Publikum lang anhaltenden Applaus erntete.

Die beiden Liebespaare, dargestellt von Kristiane Lüpkes, Marius Schötz, Philipp Myk und Viktoria Nühnen (v. links) glänzten sowohl mit ihrer schauspielerischen Leistung als auch mit den Gesangseinlagen (Foto: Henche).